mein name

gedicht

 

 

meine drei vornamen haben eine gemeinsamkeit: sie leiten sich alle von einer namenspatronin ab, die sich durch eigenschaften wie stärke und mut, aber auch demut und verantwortungsbewusstsein als besondere menschen und außerordentliche frauen in ihrer zeit auszeichneten. meine eltern haben diese namen neben ihrem schönen klang also vor allem deshalb für mich ausgewählt, um mir auf diese weise ihre guten wünsche mit auf den weg zu geben.

nimué,
die „herrin vom see“, ist eine gestalt der alten walisischen und bretonischen sagenwelt, insbesondere der artussage. die exakte bedeutung des namens ist nicht bekannt. nimué wird aber auch als die „königin der wasser“, „hüterin der quelle“ oder „hohepriesterin von avalon“ bezeichnet und als archetypische entsprechung der erdgöttin bzw. der erde gesehen. es finden sich aber auch hinweise auf nimué als archetyp einer mondgöttin.
nimué tritt als warmherzige mutter, spirituelle hohepriesterin, leidenschaftliche frau aber auch als person großer gesellschaftlicher und politischer relevanz und verantwortung in erscheinung.

jeanne
ist hebräischen ursprungs und bedeutet "die gottbegnadete" oder auch "gott ist gnädig".
meine namenspatronin jeanne d’arc (* 6. januar 1412 in domrémy, lothringen; † 30. mai 1431 in rouen, haute-normandie) haben meine eltern nicht deshalb ausgewählt, weil sie eine französische nationalheldin oder eine katholische heilige ist. vielmehr waren sie beeindruckt von ihrem mut, ihrem gottvertrauen, ihrer standhaftigkeit und ihrer ehrlichkeit.
jeanne d’arc wurde als tochter einer bauernfamilie während der zweiten hälfte des hundertjährigen krieges zwischen frankreich und england geboren. mit 13 jahren hatte jeanne d’arc ihre ersten visionen. damals soll ihr die heilige katharina erschienen sein, später kamen der erzengel michael und die heilige margareta hinzu. von ihnen glaubte sie den befehl erhalten zu haben, frankreich von den engländern zu befreien. 1428 verließ sie ihr elternhaus. erfolgreich führte sie die franzosen gegen die engländer. nach einem verrat wurde sie von burgundern gefangen genommen und an die mit ihnen verbündeten engländer verkauft. ein kirchenprozess unter dem vorsitz des bischofs von beauvais „wegen ihres aberglaubens, ihrer irrlehren und anderer verbrechen gegen die göttliche majestät“ sollte sie diskreditieren.
drei monate dauerte der prozess, den jeanne gegen die dialektisch und rhetorisch geschulten kleriker ohne beistand führte. obgleich sie eine für ihren stand untypisch gute rhetorik besaß, befand man sie am 19. mai 1431 in zwölf von 67 anklagepunkten (angeklagt war sie unter anderem des feenzaubers, des gebrauchs der alraunenwurzel, der häresie, der dämonenanbetung - abgeleitet von den von ihr geschilderten körperlichen heiligenerscheinungen vor denen sie niederkniete - und des mordes, da jeanne nicht als soldat anerkannt wurde, und damit alle männer, die sie in schlachten tötete, als mordopfer zu betrachten waren) für schuldig. als „notorisch rückfällige ketzerin“ wurde jeanne auf einem scheiterhaufen in rouen verbrannt.

„meine worte und werke habe ich auf gottes geheiß vollbracht. ich lege sie niemandem zur last: weder dem könig noch einem anderen; und wenn daran ein falsch ist, so fällt es auf mich und niemand anderen zurück.“

(jeanne d’arc bei ihrem prozess am 24. mai 1431)

die bedeutung des namens
marie
schließlich ist nicht sicher belegt, es scheint jedoch sehr wahrscheinlich, dass der name ursprünglich ägyptischer herkunft ist, abgeleitet von mry (geliebt). allerdings existieren viele andere theorien: die erhabene (als form des hebräischen verbs für aufstehen, erheben, fruchtbar sein (aramäisch), die schöne (aramäisch), die widerspenstige oder die ungezähmte (hebräisch) oder auch „stern des meeres (von lat. mare = das meer und griech. rias = der stern).
meine namenspatronin ist maria magdalena, die einzige erwähnte jüngerin von jesus christus aus dem neuen testament der bibel. sie wird hier von allen evangelisten erwähnt, und ihrem beinamen nach stammte sie wohl aus dem ort magdala (heute migdal) am see genezareth.
papst gregor I. bezeichnete maria von magdala 591 in einer predigt als prostituierte, indem er sie mit der sünderin, die jesus die füße wusch (lk. 7,36-50), identifizierte. dieses missverständnis wurde ein teil der katholischen tradition um maria magdalena, bis die katholische kirche diese verknüpfung 1969 offiziell für irrig erklärte; eine tatsache, die nur langsam einzug in den religionsunterricht hielt und den meisten christen auch heute noch nicht geläufig ist.
maria magdalena gehörte zu den frauen, die jesus nachfolgten und für seinen und der jünger unterhalt sorgten. diese frauen begleiteten ihren herrn nach jerusalem, sie standen unter dem kreuz, als die meisten anderen jünger geflohen waren (mt 27,55f), halfen beim begräbnis (mt 27,61, mk 15,47) und entdeckten am ostermorgen das leere grab (mk 16,1-5, joh 20,1). nachdem maria magdalena den jüngern hiervon berichtet hatte, begegnete ihr als erster der auferstandene und trug ihr die botschaft an die jünger auf (joh 20,11-18). daher wurde sie schon in der alten kirche als "apostelgleiche" verehrt und bekam den ehrennamen apostola apostolorum – „apostelin der apostel“.
maria magdalena ist eine der wenigen frauen in der bibel, die nicht über einen mann definiert werden (frau des..., mutter des...), und die im evangeliumstext in direkter rede erscheint.

 

 

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